Nackte Katzen sind keine neue Rasse. Sie lassen sich durch Schriften und Gemälde, bis in die Antike zurückverfolgen. Schon damals wurden diese Tiere verehrt und vergöttert. Die alten Azteken glaubten an die übernatürliche Kraft der Tiere, die ihnen, wie sie annahmen, von den Göttern geschenkt wurde. Sie lebten in Tempeln und brachten so die Gottheiten den Menschen näher. In Ägypten galten diese Katzen als Lieblinge der Pharaonen und lebten demzufolge in Palästen.
Innerhalb des letzten Jahrhunderts wurden hin und wieder einzelne Exemplare dieser Rasse in verschiedensten Teilen der Welt gesichtet. Jedoch hat sich niemand ernsthaft mit der Zucht und der Erhaltung dieser Rasse beschäftigt, so dass auch die Letzten, ohne reinblütige Nachkommen zu hinterlassen, verschwanden.
So wurde erst im Jahr 1992 der erste experimentelle Standard der Rasse geschrieben. Im darauf folgenden Jahr wurde die Rasse zum ersten Mal bei einer Ausstellung vorgestellt.
Im Jahr 1994 wurde der Standard akzeptiert und als Grundstein der Rasse anerkannt. In der nächsten Zeit wurde der Standard immer wieder geändert, die Merkmale genauer beschrieben und dargestellt.
So entstand eine vollkommen neue, sich schnell verbreitende Rasse, deren eigentliche Ursprünge Jahrhunderte zurück liegen.
Stämmige Katzen, mittlerer Größe mit einem starken Knochenbau. Das Hautgefühl ist sehr zart, samtähnlich und warm. Ausgeprägter Geschlechts - Dimorphismus* . Sie sind sehr aktiv aber gleichzeitig lieb und menschenfreudig.
Körper: |
Der Körper ist kräftig, muskulös, mittlerer Größe und gibt eine sehr angenehme Wärme ab. Standfester Knochenbau, gradlinige Schulterblätter dazu proportionallange Beine und lange, bewegliche Zähen. Die Rute ist lang, kräftig und sehr flexibel. |
Kopf: |
Der Kopf hat eine keilförmige Form mit genau ausgeprägten Wangenknochen und Augenbrauen. Die Augen öffnen sich sehr früh, schon am 1-3 Tag. Die Augapfelform ist sehr deutlich zu erkennen. Sie sind mittlerer Größe, haben eine eher ovale Form, sind schräg eingesetzt und nicht ganz geöffnet. Die Farben können unterschiedlich sein. Die Stirn ist flach, versehen mit vielen vertikalen Falten, die über den Augenbrauen horizontal auseinander laufen. Die Nase ist mittellang, gradlinig mit einem kaum erkennbaren Übergang zur Stirn. Die Schnauze ist nicht besonders lang, mit einem leicht angedeuteten Pinch, leicht abgerundet. Die Bestimmung des Bisses hängt von dem Befinden der Reißzähne ab. Längere Reißzähne können unter der Oberlippe hervorkommen. Die Schnurrhaare - sind dick, können aber kurz abbrechen oder gar ganz fehlen. Die Ohren sind groß, breit und weit nach oben gestellt. Sie neigen sich etwas nach vorne, wobei sie sehr offen sind und an den Spitzen etwas abgerundet. Die Außenkante geht nicht über die Wangenlinie hinaus. |
Haut: |
Die Haut ist elastisch, "überflüssig", womit sie viele Falten im Kopf -, Hals - und Oberkörperbereich bildet. Die Jungtiere können möglicherweise eine leichte Behaarung, die an den Wangen und Ohren etwas länger sind, haben. Geboren werden die Katzen nicht immer im nackten Zustand, müssen sich aber zum zweiten Lebensjahr vollkommen entkleiden. |
Farbe: |
Alle Farben werden zugelassen, wobei die Expertise getrennt verläuft, außer Tabby- Färbungen werden zusammen gerichtet. |
Mängel: |
Zu den Mängeln gehören kurzer, runder oder zu enger Schädel, kleine, tief gesetzte Ohren, runde Augen, kurzer, leichter, schwacher Körper, kurze oder nicht korrekt endende Rute, Tiefsetzung des Körpers, sowie ein Vorbiss ab 2 mm. |
Eine Disqualifizierung erfolgt im Fall einer Einwertswendung des Augenlides oder eines Vorbisses ab 2 mm.
* Geschlechtsdimorphismus bezeichnet man bauliche Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Lebewesen der gleichen Art, insbesondere solche, die sich nicht auf die Geschlechtsorgane selbst beziehen. Dieser Sexualdimorphismus kann sich in verschiedenen Körpermerkmalen darstellen, z. B.
* Größe (Männchen größer oder kleiner als Weibchen)
Den Charakter eines Don Sphynx kann man eigentlich schon in einem kurzen Satz zusammenfassen: es sind glückliche, verspielte Kinder, die keinen Tropfen Aggressivität in sich tragen. Diese Rasse liebt und verehrt ihre menschlichen Mitbewohner. Ihre Zuneigung zu den Menschen kann manchmal sogar etwas aufdringlich erscheinen. Kaum hat sich der Herrchen hingesetzt - schon ist er da, springt ihm auf den Schoß und beginnt mit "seinem Liedchen". Don Sphynx sind sehr neugierig und befinden sich wahnsinnig gerne mitten im Geschehen. Zu Fremden sind sie zunächst etwas vorsichtig, jedoch die Neugierde überwältigt sie schnell und schon starten sie die ersten Annährungsversuche. Kinder - allerliebste Spielkameraden. Beißen oder kratzen - kommt nicht in Frage! Hunde, Katzen, Meerschweinchen oder Hamster werden sehr schnell zu ihren besten Freunden, vorausgesetzt die Freundschaft wird angenommen.
Don Sphinx sind sehr schlaue und einfühlsame Tiere, sie erraten sofort die Laune ihres Mitmenschen. Wenn das Herrchen mit ihnen spielen möchte, machen sie sofort mit und wenn er schlechte Laune ausstrahlt - verdrücken sich die Don Sphinx unbemerkt. Beim Heimkehren von der Arbeit kann sich der Besitzer in einem sicher sein - vor der Tür wartet ein treuer und liebevoller Freund und Begleiter auf ihn und freut sich auf einen gemeinsamen Kuschelabend.
Die Don Sphynx ist eine der Katzenrassen, die keinen besonderen Kraft- und Zeitaufwand bei der Haltung verlangen. Im Folgenden jedoch ein paar Besonderheiten:
1. In den Ohren Ihres Schützlings sammelt sich eine teerähnliche Substanz, die eine gelbe bis intensiv schwarze Farbe aufweist. Dies ist jedoch normal und bedarf keiner ärztlichen Behandlung. Je nackter das Tier ist, desto schneller bildet sich dieses Sekret und desto intensiver ist auch sein Fluss. Das Tier selbst stört dieser Ausfluss in der Regel nicht, aus ästhetischen sollte man das Sekret regelmäßig entfernen (das Tier lässt eine Zeitlang danach seine Ohren hängen, nicht wundern.)
2. Es ist bekannt, dass diese Rasse sich schon von Geburt an durch ihre langen Säbelkrallen von anderen Katzen unterscheidet. Vor einer Ausstellung ist es nicht verkehrt, die Krallen zu schneiden; manche tun es regelmäßig. Verwenden Sie dazu eine spezielle Krallenschere aus dem Zoofachhandel! Auf keinen Fall dürfen Sie übliche Scheren oder Nagelknipser verwenden, denn im besten Falle quetschen Sie dem Tier damit nur den Nagel, so dass er splittert; im schlimmsten Falle schneiden Sie dem Tier versehentlich einen Teil der Tatze mit ab.
Für diese Prozedur ist es am besten, sich die Tatzen bei Tageslicht zu betrachten. Sie können dann genau den undurchsichtigen, mit Nerven durchzogenen Teil und die durchsichtige Zone ohne Nerven erkennen. Wenn Sie Zweifel haben, dann schneiden Sie lieber weniger ab. Alternativ können sie auch eine kleine Feile verwenden. Wenn Sie beim Schneiden doch etwas zu viel mitgenommen haben und das Blut zu tröpfeln beginnt, haben Sie keine Angst. Es reicht vollkommen aus, die Wunde mit einem Wattebausch einige Minuten zu trocknen, bis das Blut geronnen ist. Weitere Maßnahmen sind nicht nötig, allerdings kann es passieren, dass das Tier das Vertrauen zu Ihnen verliert und Sie das nächste Mal Probleme bekommen.
Die ersten paar Male könnte man den Vorgang zu zweit durchführen. Die eine Person hält das Tier und die zweite spreizt den Finger hoch, um die Kralle zu schneiden. Wenn Sie auf diese Weise etwas Übung bekommen haben, können Sie das wahrscheinlich im Weiteren allein erledigen. Die Krallen einer Katze wachsen sehr schnell nach, darum am besten alle 7-10 Tage wiederholen. Viele Besitzer machen dies nur vor einer Ausstellung. Dagegen ist nichts einzuwenden, wenn Ihr Schützling Ihnen nicht die Kleidung oder die Möbel ruiniert.
3. Manchmal scheidet die Haut einer Sphynx ein hormonhaltiges Schweißsekret aus, das im Laufe der Zeit die Farbe der Haut verändert. Bei sehr intensivem Schwitzen sollte man das Tier öfters baden. Für diese Fälle verwenden sie am besten Baby-Shampoo oder spezielle Hunde- und Katzenshampoos mit Nerzöl, Shampoo mit Weizenkeimöl, Lezithin oder Lanolin. Im Allgemeinen machen sich Don Sphynx praktisch nicht dreckig, und manche nutzen das intensive Schmusen mit dem Menschen, um die Haut zu reinigen. Wenn Sie das Tier einmal baden sollten, achten Sie bitte auf jeden Fall darauf, dass es sich nicht erkältet. Wenn es Wasser in die Ohren bekommen sollte, trocknen Sie es gleich wieder mit einem Wattebausch.
4. Die Augen einer Sphynx besitzen keine Wimpern, deswegen können leicht Staub und sonstige fremd Teilchen hinein gelangen. Deshalb hat die Natur die Sphynx mit reichlich Tränenflüssigkeit bedacht. Dieses Sekret sammelt sich in den Augenwinkeln. Manchmal können die Ausflüsse die Lider verschmieren. Wenn sie eine klare bis braun-rote Farbe aufweisen, ist das als völlig natürlich anzusehen. Sollten sie sich aber gelblich, grünlich oder milchig-weiß verfärben, sollten Sie einen Tierarzt hinzuziehen, insbesondere dann, wenn die Sekrete sehr wässrig wirken oder an der Schnauze des Tieres "Tränenwege" entstehen.
Viele der Don Sphynx haben einen engen Augenschlitz, als würden sie wegen des Lichtes die Augen zukneifen. Auch das ist kein Grund zur Aufregung. Bei ihnen entfernen Sie die Tränenreste bzw. Fremdkörper am besten mit einem Wattebausch, der zuvor in Augenreinigungstropfen getränkt wurde. Auf keinen Fall dürfen Sie das Auge selber berühren! Die Ausflüsse werden von den Augenlidern und aus den innen liegenden Winkeln des Auges entfernt. Wenn trotzdem etwas im Auge verbleibt, warten Sie ab. Das Tier blinzelt ein paar Mal und der Fremdkörper verschiebt sich in den Augenwinkel. Öfter als ein- bis zweimal pro Tag sollten Sie diese Prozedur aber nicht durchführen. Die Typen "Brasch" und "Velours" benötigen dieses Vorgehen nicht, denn sie produzieren in der Regel keine übermäßige Tränenflüssigkeit. Auch bei einigen anderen Rassen ist nur sehr wenig Sekret vorhanden, vor allem, wenn der Augenschlitz weit ist.
5. Ein häufig auftretendes Problem sind Mitesserpunkte auf der Rute der Katze. Dies ist wohlgemerkt nicht nur ein Problem der Nacktkatzen - bei ihnen sieht man es bloß sehr gut. Angeblich signalisieren die schwarzen Punkte die Produktion von Testosteron während der Geschlechtsreifung. Ein Kater leidet viel mehr daran, weil er erheblich mehr Testosteron produziert als eine weibliche Katze.
Zur Vorbeugung dieser Mitesserpunkte benutzt man Reinigungsmittel oder Antibiotische Salben. Falls Entzündungen vorhanden sind, greifen Sie zu einfacher unparfümierter Rasiercreme, die wirkt entzündungshemmend. Wenn der Kater nicht für die Zucht angeschafft wurde, ist es ohnehin sinnvoller, ihn zu kastrieren. Das reduziert oder beseitigt sogar das Problem. Wenn ansonsten die Mitesserpunkte nicht entzündet sind und das Tier nicht darunter leidet, beachten Sie sie einfach nicht!
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