In den frühen zwanziger und dreißiger Jahren unseres Jahrhunderts wurden aus rein wissenschaftlichem Interesse erste Kreuzungsversuche von amerikanischen und schwedischen Wissenschaftlern durchgeführt. Diese hatten aber keineswegs die Entstehung einer neuen Rasse im Sinn. Sie wollten lediglich herausfinden, was passiert, wenn man eine Siamkatze mit einer Perserkatze verpaart. Das Ergebnis war nicht gerade umwerfend, denn die ersten Nachkommen sahen aus wie einfarbige Siamesen. Für die Wissenschaft jedoch wurde somit der Beweis erbracht, dass die beiden Gene für Langhaarigkeit und Siamzeichnung auf dem rezessiven (verdeckt, d.h. beide Elternteile müssen das bestimmte Gen tragen) Erbgang weitergegeben werden. Dies wurde allerdings von der Wissenschaft nicht weiter vertieft.
Ähnliche Testpaarungen wurden danach noch öfter durchgeführt, bis es der Züchterin Virginia Cobb im Jahr 1935 gelang, eine helle, langhaarige Katze mit dunklen Abzeichen zu präsentieren. Dieses weibliche Tier mit dem Namen "Debutante" verschwand recht bald wieder von der Bildfläche, nachdem das Interesse erloschen war.
Es war der Beharrlichkeit der englischen Züchter B. A. Sterling-Webb und Mrs. Harding zu verdanken, dass die Zucht dieser herrlichen Tiere endgültig ihren Anfang fand. Von da ab widmeten sich immer mehr Züchter in verschiedenen Teilen Amerikas und Europas der lohnenden Aufgabe, Colourpoints mit perfektem Persertyp zu züchten. Und der Erfolg blieb nicht aus: in England wurde die Colourpoint 1955 unter dem Namen "Khmer" und 2 Jahre später in den Staaten mit der Bezeichnung "Himalayan" als eigenständige Rasse anerkannt. Damals wurden sie auf Rassekatzen-Ausstellungen noch nicht zusammen mit den Perserkatzen gerichtet.
Zunächst waren vorwiegend nur Maskenkatzen in den klassischen Farben seal-, blue-, red- und creme-point bzw. tortie-point bei den weiblichen Tieren bekannt. Seal-point gilt dabei nach wie vor als Ursprungsfarbe. Inzwischen sind auch Farben wie lilac-point, chocolate-point und alle entsprechenden tabby- und tortie-tabby-point-Varianten anerkannt.
Der heutige Standard einer Colourpoint entspricht voll und ganz dem Typ gut durchgezüchteter Perser.
Körper: |
Der Körper wirkt kräftig und gedrungen. Er sitzt auf stämmigen, kurzen Beinen mit dicken, zwischen den Zehen behaarten Pfoten. |
Kopf: |
Auf dem muskulösen, kurzen Hals befindet sich der massive, breite Schädel mit den kleinen, niedrig am Kopf platzierten Ohren, welche an der oberen Ohrkante schön abgerundet sind. Die Wangen und das Kinn sollen voll und kräftig entwickelt sein. Die Kiefer sind breit, bei ansonsten fehlerfreier Zahnstellung. Die Nase ist relativ kurz und flach mit einer deutlichen Einbuchtung (auch "Stop" genannt) zwischen den großen, runden Augen und der breiten, gewölbten Stirn. Die Augenfarbe ist ein möglichst intensives Blau ohne Ringbildung. |
Schwanz: |
Der Schwanz soll kurz und buschig mit einem abgerundeten Ende sein. Die optimale Schwanzlänge sollte das vordere Schulterblatt nicht überschreiten. Das Fell ist dicht, lang und seidig, ohne wollige Textur. |
Fell: |
Wie bei allen Maskenkatzen muss ein deutlicher Kontrast zwischen der Körperfarbe und den Points (dunkel eingefärbte Abzeichen an den Körperenden) sichtbar sein. Über das Hinterhaupt darf sich die Gesichtsmaske nicht ausdehnen. |
Die Colourpoint-Perser ist eine äußerst selbstbewusste, kontaktfreudige Katze. Ihre Menschenfamilie wickelt sie mit ihrem bezaubernden Charme im Handumdrehen um die "kleine Kralle". Dabei ist sie sehr gesprächig und man erhält fast immer eine Antwort, wenn sie angesprochen wird. Hat sich die Colourpoint etwas in den Kopf gesetzt, kann man sich ihren Wünschen schwer entziehen. Denn ein Blick in ihre blauen Augen, und ihre Umgebung schmilzt dahin. Egal ob Kind, Hund oder Katze, jedes dieser "Wesen" eignet sich perfekt als Spielgefährte. Auf Veränderungen in ihrem Umfeld (z.B. Wohnungswechsel) reagiert sie eher gelassen, solange sie ihre geliebten Menschen nicht missen muss. Sie passt sich im Allgemeinen gut an und ist durch die Ausgeglichenheit sowie Sanftheit der Perser auch in einer kleinen Wohnung gut zu halten, wenn für ausreichend Spiel- und Klettergelegenheiten gesorgt ist. Für einen lustigen Zeitvertreib zu zweit ist die Colourpoint immer zu haben. Sie ist ungern allein, und auch wenn man nur für kurze Zeit nicht im Haus war, begrüßt sie das Herrchen an der Wohnungstür. Ihre Schmusestunden (und das sind nicht gerade wenig!) fordert sie mit all ihren unwiderstehlichen Liebesbezeugungen ein.
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